Aufstellung im Sandkasten: Das Hummels-Heimtrainer-Camp für Kids ab fünf
Photo: Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ihr kennt das: Sonntags sitzt ihr vor dem Fernseher, der Nachwuchs tobt im Hintergrund, und irgendwann fragt er: „Papa, was macht der Hummels da eigentlich die ganze Zeit? Er schießt ja nie ein Tor!" Genau hier setzt unser Heimtrainer-Camp an. Denn Mats Hummels ist der perfekte Einstieg, um Kindern Fußball jenseits der Torjäger-Mentalität näherzubringen – mit Übersicht, cleveren Pässen und einem Kopfball, der gar nicht erst entstehen lässt.
Erst erklären, dann trainieren: Was macht ein Innenverteidiger?
Bevor die ersten Übungen laufen, braucht euer Kind ein Bild davon, was Hummels eigentlich macht. Am besten funktioniert das ohne Fachbegriffe:
- „Er ist der Türsteher": Der Innenverteidiger passt auf, dass keine fremden Gäste (also Gegenspieler) ins Wohnzimmer (das Tor) kommen.
- „Er ist der Chef vom Ruhe-Büro": Wenn alle in Panik geraten, bleibt er cool und sagt den anderen, wohin sie laufen sollen.
- „Er hat das Fernglas im Kopf": Er schaut nicht nur auf den Ball, sondern sieht das ganze Spielfeld.
Unser Tipp: Zeigt euren Kids im nächsten Spiel bewusst zwei, drei Szenen mit Hummels – einen klärenden Kopfball, einen langen Pass, eine Ansage an die Kollegen. Drei Minuten Erklärung wirken Wunder.
Das Basisprogramm: Drei Übungen für den Garten
1. Das Fernglas-Training (ab 5 Jahren)
Stellt drei Hütchen in einer Reihe auf, zehn Meter vor dem Kind. Ihr zeigt mit dem Finger auf ein Hütchen und ruft gleichzeitig eine Farbe. Das Kind muss zuerst in die Richtung schauen, die ihr ruft, und dann zum Hütchen laufen, auf das ihr gezeigt habt. Klingt gemein? Genau darum geht's: Reaktionsfähigkeit und Blicktraining – die Grundlage von Hummels' Übersicht. Fünf Minuten reichen völlig, danach gibt's eine Trinkpause mit Apfelschorle.
2. Der Weckruf: Passen auf Distanz
Hummels' Steilpass ist legendär, und das können Kinder schon früh üben. Stellt zwei Kisten oder Eimer in zehn bis fünfzehn Meter Entfernung auf. Das Kind soll den Ball so spielen, dass er vor der Kiste liegen bleibt – nicht drüber, nicht daneben. Belohnt jeden Treffer mit einem Jubel wie nach einem 1:0 im Revierderby. Für ältere Geschwister (ab 8) erhöht ihr die Distanz oder lasst den Ball durch eine geöffnete Gartentür passen.
3. Kopfball? Nein: Abschirmen wie ein Profi
Echte Kopfballübungen sind für Fünfjährige tabu – dafür gibt es die Hummels-Variante: Balljunge greifen. Ihr wirft flache Bälle in die Nähe des Kindes, das sie vor dem ersten Bodenkontakt fangen soll. Das trainiert genau das, was Hummels so stark macht: den richtigen Zeitpunkt und die Körperposition. Wichtig: Immer abwechselnd hoch und flach werfen, damit es nicht frustriert.
Minispiele für den Kindergeburtstag
Das Heimtrainer-Camp eignet sich auch als Programm für die Geburtstagsfeier. Zwei Ideen, die ohne große Vorbereitung funktionieren:
„Wer ist der Chef?": Ein Kind spielt den Innenverteidiger, drei bis vier Kinder die Stürmer. Der Verteidiger darf nur durch Rufen und Zeigen seine „Mannschaft" (die Geburtstagsgäste am Spielfeldrand) dirigieren. Wer die meisten Anweisungen erfolgreich umsetzt, bekommt den Hummels-Stern aus Karton umgehängt.
Pass-Staffel „Rom-Dortmund": Zwei Teams spielen den Ball per Zuspiel entlang von Hütchen von einem „Stadt-Schild" (Rom) zum anderen (Dortmund). Verliert der Ball die Bahn, geht's zurück zum Start. Verbindet das mit einer kleinen Geschichte: Der Ball reist wie Hummels durch Europa.
Der wichtigste Tipp zum Schluss: Es ist kein Bootcamp
Wir sind Fans, keine Talentsichter des DFB. Wenn euer Kind nach zwei Übungen lieber auf dem Trampolin hüpft – völlig okay. Das Ziel des Heimtrainer-Camps ist nicht die Jugendnationalmannschaft, sondern ein gemeinsames Erlebnis und vielleicht ein Funke der Begeisterung für die elegante Seite des Fußballs.
Und falls der Nachwuchs beim nächsten Spiel ruft: „Mama, der macht ja das Fernglas-Training!" – dann habt ihr alles richtig gemacht. Denn genau so wird Fankultur von einer Generation an die nächste weitergegeben: im Garten, mit Hütchen und einem Ball, der mal wieder perfekt gespielt wurde. Tooor fürs Eltern-Kind-Verhältnis.